Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung an der CAU e.V. (ZwW)

Universitäres Zertifikat Sexuelle Störungen

Berufsbegleitendes Zertifikat nach §§ 58 und 59 Hochschulgesetz Schleswig-Holstein

 

Etwa 35 % der erwachsenen Bevölkerung eines hochindustrialisierten Landes leidet im Laufe des Lebens länger als sechs Monate an einer behandlungsbedürftigen Störung aus dem sexualmedizinischen Formenkreis.

Sexuelle Störungen treten häufig im Zuge körperlicher Erkrankungen oder deren medikamentöser bzw. chirurgischer Behandlung auf, ebenso wie im Zusammenhang mit onkologischen Erkrankungen. Unerfüllte Sexualität, sei sie durch Funktionsstörungen, Beziehungsprobleme, Traumatisierung oder sexuelle Abweichungen hervorgerufen, kann weiterhin zu schwerem psychischen Leiden führen. Auch Probleme mit der sexuellen Orientierung, dem eigenen Körper/Geschlecht oder sexuelle Straftaten sind nicht zu vernachlässigende Themen für beratende Disziplinen. Der Häufigkeit dieser sexuellen Problemstellungen stehen in Deutschland nur wenige gut qualifizierte Behandler und Behandlerinnen gegenüber. Gleiches gilt für die einer ärztlichen Behandlung vorgelagerte Beratung, die von Schulen und anderen Organisationen angeboten wird.

 

Die auf diesem Gebiet arbeitenden Teilnehmenden des berufsbegleitenden Zertifikats „Sexuelle Störungen“ erhalten eine praxisorientierte und akademisch basierte sexualmedizinische Weiterbildung, die den drängenden beruflichen Herausforderungen in den unterschiedlichen Tätigkeitsgebieten ebenso wie ihren individuellen Interessen gerecht wird.

 

Das Zertifikat startet zum Wintersemester 2020/2021. Bitte schreiben Sie bei Interesse eine kurze E-Mail an sexualmedizin@zww.uni-kiel.de oder schauen Sie für aktuelle Informationen regelmäßig hier auf unserer Homepage vorbei.

 

Das zweite Zertifikat Geschlecht und sexuelle Orientierung wird ab Frühjahr 2021 angeboten. Das Zertifikat vermittelt die notwendigen Kenntnisse, um komplexe und kontroverse Themen wie Transsexualismus/Geschlechtsdysphorie verstehen und behandeln zu können.

Im dritten Zertifikat Sexuelle Abweichung und Sexualstraftaten (ab Herbst 2021) werden Fallseminare und regelmäßige Supervisionen angeboten. Täter_innen und Opfer von Sexualstraftaten zu behandeln erfordert spezialisiertes Wissen, welches im Zertifikat vermittelt wird. Diese Kenntnisse sind auch für die Begutachtung von Sexualstraftäter_innen notwendig.

 

Die Zertifikate finden in Kooperation mit der Ärztekammer statt und werden für die Zusatzbezeichnung Sexualmedizin anerkannt. Ebenso sind sie von der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS) für die Bezeichnung Sexualtherapie qualifiziert.